Wie viel Xplorer Kid steckt in Ihnen selbst?
Einiges, denke ich. Wenn ich nicht genau wie Nexa, Kim und X-RO1 viel Freude dabei hätte, durch verwinkelte unterirdische Tunnel zu schleichen, finstere Höhlen zu erkunden oder mir einen Weg durch gefährliches Dschungeldickicht zu schlagen, könnte ich mir Spiele wie Xplorer Kidz kaum ausdenken.
Die ersten drei Abenteuer spielen in Ägypten, vor der Küste von Costa Rica und im schottischen Hochmoor. Haben Sie diese Orte schon selbst bereist?
Von den bisherigen Settings der Reihe habe ich leider noch keinen selbst besucht. Und auch den Schauplatz meiner nächsten Box – eine Forschungsstation, die auf einer geo-stationären Umlaufbahn durchs All schwebt – werde ich wohl vor Fertigstellung des Manuskripts nicht
mehr bereisen können. Aber als Autor u.a. von Sachbüchern fällt es mir zum Glück nicht schwer, auch exotische Locations aus der Ferne, übers Internet zu recherchieren.
Wie entstehen die Ideen zu Ihren Geschichten und Spielen. Wer oder was inspiriert Sie?
Die Ideen zu Xplorer Kidz sind zu häufig von Abenteuergeschichten inspiriert, die ich selbst als Kind bzw. junger Erwachsener gerne gelesen habe. Ohne die Werke von Arthur Conan Doyle, Jules Verne oder Michael Crichton gäbe es XK-Titel wie „Insel der Dinosaurier“ nicht. Wenn es mir gelingt, mit Xplorer Kidz dasselbe Gefühl des Abenteuerlichen, Exotischen und Wunderbaren in die Welt heutiger Kinder zu transportieren – in Spielform, damit auch Wenigleser teilhaben können –, würde mich das extrem freuen.
Die Abenteuer der Xplorer Kidz sind nicht ganz von dieser Welt. Es gibt Gespenster, Dinos und Außerirdische. Was macht Fantasy für Sie so reizvoll?
Phantastische Literatur in all ihren Facetten begeistert mich, seit ich lesen kann. Nachdem meine ersten Buchveröffentlichungen vor nunmehr 28 Jahren klar der Phantastik zuzuordnen waren, bin ich diesem Genre mit einem Großteil meiner mittlerweile über 130 Buch- und Spieletitel treu geblieben. Mein Credo war stets: „Weshalb sollte ich über die Realität schreiben – sie ist doch schon da, jeder kann sie sich anschauen.“ Ich schreibe lieber über Dinge, die einem nicht so ohne weiteres im Alltag begegnen können.
Um die Abenteuer der Xplorer Kidz zu schreiben, braucht man eine Menge Fantasie, aber für das Konzept der Spiele auch große Tüftler-Qualitäten und ein profundes Wissen zu den jeweiligen Themen. Was liegt Ihnen am meisten?
Fantasie ist sicher die Grundzutat zu jeder Geschichte. Das Besondere bei Xplorer Kidz ist die nicht-lineare Vermittlung der Story. Damit habe ich viele Jahrzehnte Erfahrung. Mein erstes mehrhundertseitiges handgetipptes Manuskript im Alter von 11 oder 12 Jahren war ein sogenanntes Questbook, in dem der Leser an vielen hundert Stellen durch seine Entscheidungen den Verlauf der Handlung mitbestimmen konnte. Bücher und Spiele mit interaktivem Verlauf habe ich über die letzten Jahrzehnte immer wieder geschrieben – ein ideales Training für eine so ungewöhnliche Form wie Xplorer Kidz.
Wie gehen Sie vor, wenn Sie die Abenteuer entwickeln?
Im Grunde nicht viel anders als im Falle einer »normalen«, also linear erzählten Geschichte. In beiden Fällen muss ich, bevor ich mit dem Schreiben beginnen kann, die gesamte Story kennen, sämtliche Figuren und ihre Rollen innerhalb der Ereignisse, alle regionalen und zeitlichen Verstrickungen etc. Erst dann kenne ich die Materie gut genug, um sie zu verschriften und für andere erfahrbar werden zu lassen – sei es auf 500 Buchseiten oder auf 50 Spielkarten.