BiBiBiber Dinos Buch Quellen
BiBiBiber hat da mal 'ne Frage. Sind Dinos wirklich alle tot? – QUELLEN & WEITERE INFOS ZUM BUCH
Hier findet ihr eine Auflistung unserer wichtigsten Quellen - vor allem zu Aussagen oder Inhalten, die nicht in Standardlehrbüchern zu finden sind - und ein paar weitere Infos und Anmerkungen. 
Stand: März 2024
Sollten uns Fehler auffallen oder sollte es neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft geben, werden wir die Quellen - und bei nächster Druckgelegenheit auch die Bücher - entsprechend aktualisieren.
Seite 6-7
Das Massenaussterben wurde vor 66 Millionen Jahren von einem Asteroiden ausgelöst:
Alvarez, L. W., Alvarez, W., Asaro, F., & Michel, H. V. (1980). Extraterrestrial cause for the Cretaceous–Tertiary extinction: experimental results and theoretical interpretation: Science, 208(4448), 1095-1108.
Dinos haben mehr als 165 Millionen Jahre lang den Ton angegeben:
Reese, A. (2022). Zimbabwe find illuminates dawn of the dinosaurs. Science, 377(6610), 1031-1031.
Übrigens: Man streitet sich darum, ob ein kleiner (nicht viel größer als 20 cm) Piepmatz namens Scleromochlus, der vor den ersten Dinos schon lebte, eigentlich auch zu den Dinos gezählt werden soll oder nicht: https://www.nature.com/articles/s41586-022-05284-x
Homo Sapiens gibt es seit etwa 300.000 Jahren:
Wilkins, J. (2021). Homo sapiens origins and evolution in the Kalahari Basin, southern Africa. Evolutionary Anthropology: Issues, News, and Reviews, 30(5), 327-344.
Übrigens: Um herauszufinden, wie viel länger die Dinos auf der Erde gelebt haben als wir Menschen, muss man 165 Millionen Jahre (so lange gab es Dinos) durch 300 Tausend Jahre (so lange gibt es Menschen) teilen. Also:
165.000.000 : 300.000 = 550
Die Dinos haben somit 550 Mal länger auf der Erde den Ton angegeben als wir Menschen.
Seite 8-9
Entstehung der Erde vor 4,54 Milliarden Jahren:
Manhes, G., Allègre, C. J., Dupré, B., & Hamelin, B. (1980). Lead isotope study of basic-ultrabasic layered complexes: Speculations about the age of the earth and primitive mantle characteristics. Earth and Planetary Science Letters, 47(3), 370-382.
Entstehung des Mondes vor 4,46 Milliarden Jahren:
Maurice, M., Tosi, N., Schwinger, S., Breuer, D., & Kleine, T. (2020). A long-lived magma ocean on a young Moon. Science Advances, 6(28), eaba8949.
Erste Tiere vor 535 Millionen Jahren:
Antcliffe, Jonathan B.; Callow, Richard H. T.; Brasier, Martin D. (2014). Giving the early fossil record of sponges a squeeze. Biological Reviews, 89(4), 972–1004.
Tiktaalik, der erste Fisch, der vor 375 Millionen Jahren vom Meer an Land kam:
Shubin, N. H., Daeschler, E. B., & Jenkins Jr, F. A. (2006). The pectoral fin of Tiktaalik roseae and the origin of the tetrapod limb. Nature, 440(7085), 764-771.
Quellen zu Lebzeiten von Dinos und Menschen, und der Asteroid → siehe Seite 6-7
Lebzeit des T. rex vor 68 Millionen Jahren:
Marshall, C. R., Latorre, D. V., Wilson, C. J., Frank, T. M., Magoulick, K. M., Zimmt, J. B., & Poust, A. W. (2021). Absolute abundance and preservation rate of Tyrannosaurus rex. Science, 372(6539), 284-287.
(Anmerkung: Es ist bisher schwierig, ganz genau zu bestimmen, wann der T. rex gelebt hat, da man bisher nur ein paar sehr alte Fossilien gefunden hat und dann lange nichts. Man geht davon aus, dass der T. rex 1,2 bis 3,6 Millionen Jahre lang gelebt hat, bis er mit/nach dem Asteroideneinschlag ausgestorben ist. In der oben angegebenen Quelle wird davon ausgegangen, dass die ersten T. rex 2,4 Millionen Jahre vor dem Asteroiden gelebt haben - anders gesagt, der T. rex lebte von heute aus betrachtet vor 68 Millionen Jahren.)


Seite 10
Übrigens: Die meisten Sternschnuppen, die wir zum Beispiel in einer Augustnacht am Himmel beobachten können, sind keine Asteroiden, sondern winzig kleine Staubkörnchen, die sich beim Sausen durch die Erdatmosphäre an den Luftmolekülen reiben und sie dadurch zum Glühen bringen. Dieses Glühen sehen wir als Sternschnuppe. Das Staubkörnchen selbst würden wir wahrscheinlich noch nicht mal sehen, wenn es direkt vor unseren Augen wäre.
Wenn ihr mehr über Sterne wissen möchtet, warum sie leuchten und warum wir alle aus Sternenstaub sind. Wir haben ein ganzes BiBiBiber-Buch und Hörbuch dazu geschrieben. Schaut mal hier: https://www.oetinger.de/special/bibibiber-sterne
Seite 13
Nach Asteroid-Einschlag gab es Flutwellen, die höher waren als Hochhäuser:
Range, M. M., Arbic, B. K., Johnson, B. C., Moore, T. C., Titov, V., Adcroft, A. J., et al. (2022). The Chicxulub impact produced a powerful global tsunami. AGU Advances, 3(5), e2021AV000627.
(Dieses Paper enthält eine aktuelle Modellierung. Die erste Welle wird auf eine Höhe von 4,5 Kilometer (!) berechnet; an bestimmten Küsten kamen daraufhin 10 Meter hohe Flutwellen an.)
Seite 14
Nach dem Asteroiden-Einschlag gab es das wohl stärkste Erdbeben unseres Planeten:
Auf Basis von Ablagerungen geht man von einem Erdbeben der Stärke 10-11 nach dem Einschlag aus[1]. Damit ist das wahrscheinlich das stärkste Erdbeben der Erdgeschichte, da das bisher stärkste gemessene Erdbeben eine Stärke von 9,5[2] hatte.
(Anmerkung: Bei Erdbeben entstehen Verwerfungen - Verwerfungen sind Bruch- oder Rissstellen in der Erdkruste oder im Gestein, und entlang dieser Risse ist die Erdkruste / das Gestein gegeneinander versetzt. Das heißt, auf der einen Seite des Risses hat die Erde die eine Höhe, auf der anderen Seite des Risses kann die Erde Zentimeter bis Kilometer höher oder tiefer liegen. Nun richtet sich die gemessene Stärke von Erdbeben auch nach der Größe dieser Verwerfungen. Und da Verwerfungen nicht unendlich groß sein können, sondern - vereinfacht gesagt - durch die Erdkrusten- oder Gesteinsdicke unseres Planeten begrenzt sind, gibt es auch keine unendlich große (denkbar mögliche) Erdbebenstärke. Es besteht die Vermutung, dass es niemals Erdbeben geben wird, die bedeutend höher sind als Erdbebenstärke 9,5, was bislang als Maximum gemessen wurde.
Doch nach einem Asteroideneinschlag können Erdbeben natürlich sehr, sehr viel stärker sein als die Erdbeben, die ohne Riesen-Himmel-Stein aus dem All entstehen. Und da dieser spezielle Einschlag des Dino-Asteroiden ein Beben ausgelöst hat, das stärker war als 9,5, war es vermutlich nicht nur das stärkste Beben aller Zeiten, sondern auch stärker als jedes jemals mögliche natürlich vorkommende Erdbeben.)
[1] DePalma, R. A., Smit, J., Burnham, D. A., Kuiper, K., Manning, P. L., Oleinik, A., ... & Alvarez, W. (2019). A seismically induced onshore surge deposit at the KPg boundary, North Dakota. Proceedings of the National Academy of Sciences, 116(17), 8190-8199.
[2] Satake, K., & Atwater, B. F. (2007). Long-term perspectives on giant earthquakes and tsunamis at subduction zones. Annual Review of Earth and Planetary Sciences, 35, 349-374.
Seite 15
Nach dem Asteroideneinschlag war es “dunkler als am dunkelsten Wintertag”:
Brugger, J., Feulner, G., & Petri, S. (2017). Baby, it's cold outside: Climate model simulations of the effects of the asteroid impact at the end of the Cretaceous. Geophysical Research Letters, 44(1), 419-427.
Bei uns in Deutschland liegt die sogenannte Bestrahlungsstärke der Sonne zwischen 150 W/m2 (bei starker Bewölkung im Winter) bis 1000 W/m2 (sonniger Tag im Sommer). Und für die ersten Jahre nach dem Einschlag lag dieser Wert vermutlich bei um die 2 W/m2 - also sogar nur ein Bruchteil dessen, was wir am dunkelsten Wintertag abbekommen.

Seite 18
Bienen haben den Asteroiden überlebt:
Rehan SM, Leys R, Schwarz MP (2013) First Evidence for a Massive Extinction Event Affecting Bees Close to the K-T Boundary. PLoS ONE 8(10): e76683.
Haie haben den Asteroiden überlebt:
Guinot, G., & Condamine, F. L. (2023). Global impact and selectivity of the Cretaceous-Paleogene mass extinction among sharks, skates, and rays. Science, 379(6634), 802-806.
Meeresschildkröten haben den Asteroiden überlebt:
Cadena E.A., & Combita-Romero, D.A. (2023). The onset of large size in Cretaceous marine turtles (Protostegidae) evidenced by new fossil remains from the Valanginian of Colombia. Zoological Journal of the Linnean Society, zlad053.
Libellen haben den Asteroiden überlebt:
Pinkert, S., Bechly, G., & Nel, A. (2017). First record of hawker dragonflies from Eocene Baltic amber (Odonata: Anisoptera: Gomphaeschnidae). Zootaxa, 4272(2), 263-275.
Quallen haben den Asteroiden überlebt:
Han, J., Hu, S., Cartwright, P., Zhao, F., Ou, Q., Kubota, S., ... & Yang, X. (2016). The earliest pelagic jellyfish with rhopalia from Cambrian Chengjiang Lagerstätte. Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology, 449, 166-173.
Schlangen haben den Asteroiden überlebt:
Klein, C. G., Pisani, D., Field, D. J., Lakin, R., Wills, M. A., & Longrich, N. R. (2021). Evolution and dispersal of snakes across the Cretaceous-Paleogene mass extinction. Nature Communications, 12(1), 5335.
Seite 19
Etwa ein Viertel der Lebewesen hat das Massenaussterben überlebt:
Barnosky, A. D., Matzke, N., Tomiya, S., Wogan, G. O., Swartz, B., Quental, T. B., ... & Ferrer, E. A. (2011). Has the Earth’s sixth mass extinction already arrived?. Nature, 471(7336), 51-57.
(Hinweis: Beim hier zitierten Paper wird eine Überlebensrate von 14 % angegeben, doch in vielen Papern wird kein genauerer Anteil festgelegt, sodass wir hier nur von einer groben Schätzung ausgehen müssen.)
Seite 20
Moderne Vögel sind Nachfahren von Coelurosauriern:
Brusatte, S. L., Lloyd, G. T., Wang, S. C., & Norell, M. A. (2014). Gradual assembly of avian body plan culminated in rapid rates of evolution across the dinosaur-bird transition. Current Biology, 24(20), 2386-2392.
Seite 43
Hier wollte BiBiBiber Mai und Marie eigentlich fragen:
„Aber warum? Die Stärksten gewinnen doch wirklich immer. Jeden Wettkampf!”, war aber wahrscheinlich in der ersten Auflage zu aufgeregt. In der zweiten Auflage war BiBiBiber dann entspannter und hat es gefragt!
Seite 44 - 47
Geschwindigkeit Gepard:
Sharp, N. C. C. (1997). Timed running speed of a cheetah (Acinonyx jubatus). Journal of Zoology, 241(3), 493-494.
Geschwindigkeit Pinguin:
Hao, Z., Yin, B., Prapamonthon, P., & Yang, G. (2023). Hydrodynamic performance of a penguin wing: Effect of feathering and flapping. Physics of Fluids, 35(6).
Geschwindigkeit Wanderfalke:
https://www.guinnessworldrecords.com/world-records/70929-fastest-bird-diving
Seite 50 - 53
Entwicklung von Giraffenhälsen:
Wang, S. Q., Ye, J., Meng, J., Li, C., Costeur, L., Mennecart, B., et al. (2022). Sexual selection promotes giraffoid head-neck evolution and ecological adaptation. Science, 376(6597), eabl8316.
Seite 65
Rabenvögel (anderer Name: Corviden) - so heißt die Vogelfamilie, zu der unter anderem Raben und Krähen gehören. Und Rabenvögel sind superschlau - so sehr, dass sie oft mit Affen verglichen werden:
Emery, Nathan J. "Are corvids ‘feathered apes’." Comparative analysis of minds 181 (2004): e213.
Clayton, N., & Emery, N. (2005). Corvid cognition. Current biology, 15(3), R80-R81.
Sie können Werkzeuge bauen:
McGrew, W. C. (2013). Is primate tool use special? Chimpanzee and New Caledonian crow compared. Philosophical Transactions of the Royal Society B: Biological Sciences, 368(1630), 20120422.
Clayton, N., & Emery, N. (2005). Corvid cognition. Current biology, 15(3), R80-R81.
Sie können Rätsel lösen:
Clayton, N., & Emery, N. (2005). Corvid cognition. Current biology, 15(3), R80-R81.
Gould-Beierle, K. (2000). A comparison of four corvid species in a working and reference memory task using a radial maze. Journal of Comparative Psychology, 114(4), 347.
Sie haben ein gutes Gedächtnis:
Bednekoff, P. A., Balda, R. P., Kamil, A. C., & Hile, A. G. (1997). Long-term spatial memory in four seed-caching corvid species. Animal Behaviour, 53(2), 335-341.
Gould-Beierle, K. (2000). A comparison of four corvid species in a working and reference memory task using a radial maze. Journal of Comparative Psychology, 114(4), 347.
Sie können sich Gesichter merken:
Clayton, N., & Emery, N. (2005). Corvid cognition. Current biology, 15(3), R80-R81.
Und - Rabenvögel sind geduldig. Wenn man ihnen die Wahl gibt, jetzt sofort etwas Gutes zu bekommen, oder erstmal zu verzichten und zu warten, um in Zukunft etwas SUPERGUTES zu bekommen, warten sie:
Dufour, V., Wascher, C. A., Braun, A., Miller, R., & Bugnyar, T. (2012). Corvids can decide if a future exchange is worth waiting for. Biology Letters, 8(2), 201-204.
Übrigens, Kakadus auch:
Auersperg, A. M., Laumer, I. B., & Bugnyar, T. (2013). Goffin cockatoos wait for qualitative and quantitative gains but prefer ‘better’to ‘more’. Biology letters, 9(3), 20121092.

Seite 79
Für eine Basisübersicht über die Ursachen und Folgen des menschengemachten Klimawandels: planet schule: Was die Wissenschaft wirklich weiß · Klimawandel | ARD Mediathek
Seite 80
Wie Pestizide in der Landwirtschaft die Artenvielfalt gefährden:
Helmholtz Klima Intitiative: Pestizideinsatz in der Landwirtschaft: Folgen und Alternativen | Helmholtz-Klima-Initiative
Umweltbundesamt: Umweltschutz in der Landwirtschaft
Seite 85
Ob wir uns in einem 6. Massenaussterben befinden, wird diskutiert. Ab wann man genau von einem Massenaussterben spricht, ist nämlich nicht ganz klar definiert. Doch egal, ob man es Massenaussterben nennt oder nicht - man ist sich einig, dass besorgniserregend viele Arten in besorgniserregend hoher Geschwindigkeit aussterben bzw. vom Aussterben bedroht sind:
Barnosky, A. D., Matzke, N., Tomiya, S., Wogan, G. O., Swartz, B., Quental, T. B., ... & Ferrer, E. A. (2011). Has the Earth’s sixth mass extinction already arrived?. Nature, 471(7336), 51-57.
Seite 94 - 99
Der Asteroiden-Schubser aka. Wunder-Kamera-Antennen-Sonnensegel-Schubs-Maschine:
Double Asteroid Redirection Test (DART): https://science.nasa.gov/mission/dart/
Cheng, A. F., Agrusa, H. F., Barbee, B. W., Meyer, A. J., Farnham, T. L., Raducan, S. D., et al. (2023). Momentum transfer from the DART mission kinetic impact on asteroid Dimorphos. Nature, 616(7957), 457-460.
Rivkin, A. S., & Cheng, A. F. (2023). Planetary defense with the Double Asteroid Redirection Test (DART) mission and prospects. nature communications, 14(1), 1003.
Seite 105
Fakten über den Kiwi und seine Bedrohungslage:
https://www.doc.govt.nz/nature/native-animals/birds/birds-a-z/kiwi/
Da gerade Kiwi-Eier und Kiwi-Babys in der freien Wildbahn meist so gut wie keine Überlebenschancen hätten, gibt es in Neuseeland einige Aufzuchtstationen, wie zum Beispiel The National Kiwi Hatchery: https://www.nationalkiwihatchery.org.nz/
Es gibt auch kleine Inseln in Küstennähe, die mit viel Aufwand von Fressfeinden befreit wurden, sodass sie inzwischen kleine Reservate für Kiwis (und andere bedrohte Vögel) sind: https://www.doc.govt.nz/nature/pests-and-threats/predator-free-2050/eradicating-predators-from-islands/
