Dimiter Inkiow
Dimiter Inkiow wurde 1932 in Haskovo, Bulgarien geboren. Mit 16 Jahren gewann er einen Schreibwettbewerb für Theaterstücke. Er erhielt ein Stipendium an der bulgarischen Theaterakademie in Sofia.
Doch zunächst begann er ein Ingenieursstudium für Bergbau, schrieb parallel dazu als freier Mitarbeiter für verschiedene Zeitungen und technische Fachzeitschriften. Nach Beendigung seines Studiums entschloss er sich, das Stipendium der Theaterakademie Sofia in Anspruch zu nehmen und machte dort sein Diplom als Theaterregisseur. In der Folgezeit verfasste er zahlreiche Theaterstücke und gehörte bald zu den bekanntesten Autoren Bulgariens.
In seinen Theaterstücken kritisierte er die kommunistische Regierung seines Landes immer wieder. Er geriet in Konflikt mit der Regierung, die die Kritik am politischen System unterbinden wollte. Aber er wollte sich nicht seine Meinungsfreiheit verbieten lassen, bis er wegen einer Polit-Satire, die ein großer Erfolg am Theater wurde, Schreibverbot bekam. 1965 bekam er die Gelegenheit Bulgarien als Journalist mit einer Delegation zu verlassen. Eigentlich war er für eine Bergbau-Fachzeitschrift als Journalist zu einer Messe nach München gereist, um über Neuerungen im Ingenieursbereich in Bulgarien zu berichten. Er reiste nicht wieder zurück nach Bulgarien, sondern blieb in München.
Er erhielt als politischer Flüchtling Asyl und setzte bald seine Arbeit als politisch aktiver Schreiber fort bei Radio Free Europe (Radio freies Europa). Von München aus machte er nun bulgarische Politsatire über das Radio und übernahm mit seinen Sendungen, die er unter dem Pseudonym Velko Verim machte, eine nicht unbedeutende Rolle in der Überwindung des Kommunismus in Bulgarien.
1992 konnte er wieder in sein Heimatland reisen und 32 Jahre nach der Flucht wurde ihm 1997 die Ehrendoktorwürde der „Hochschule für Film, Theater und Schauspielkunst“ in Sofia verliehen. Das war die Hochschule, an der er zuvor mit einem Stipendium studiert hatte, und wo er wiederum ein Stipendium für bedürftige Studenten einrichtete.
In Deutschland begann er mit dem Schreiben von Kinderbüchern:
Von 1974 bis 2006 verfasste Dimiter Inkiow insgesamt 117 Kinderbücher, die weltweit in 25 Sprachen übersetzt wurden. Die Reihe „Ich und meine Schwester Klara“ wurde ein moderner Kinderbuchklassiker. Die 38 Bände dieser Serie fanden allein über 1 Million Leser.
In den letzten Jahren seines Schaffens konzentrierte er sich auf die kindgerechte Neuerzählung der griechischen Sagen als Hörbücher. Es entstanden unter anderem: „Die Abenteuer des Odysseus“, „Die Heldentaten des Herkules“, „Der Zug der Argonauten“ und „Aesops Fabeln“, sowie die Neuerzählung der „Ilias“.
Dimiter Inkiow starb 2006 mit 72 Jahren in München.
