Herman Berlinski wurde 1910 in Leipzig als Sohn einer aus Łódź stammenden jüdischen Familie geboren. Er studierte am Leipziger Konservatorium Klavier, Musiktheorie, Komposition und Dirigieren. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verließ er 1933 Deutschland und ging schließlich nach Paris, wo er unter anderem bei Nadia Boulanger Komposition und bei Alfred Cortot Klavier studierte. 1941 emigrierte er in die USA. Dort lebte und arbeitete er zunächst in New York, später in Washington, D.C. Berlinski wirkte als Komponist, Organist und Chorleiter und setzte sich intensiv mit der jüdischen Musiktradition auseinander. Einen bedeutenden Teil seines umfangreichen Schaffens bilden Werke für Orgel sowie Kompositionen für die jüdische Liturgie. Seine Musik verbindet Einflüsse seiner Leipziger Herkunft, seiner Pariser Studienjahre und seiner amerikanischen Lebenswelt mit jüdischen musikalischen Traditionen. Bis ins hohe Alter blieb Berlinski als Komponist tätig. Für seine Geburtsstadt Leipzig vollendete er 2000 seine zwölfte Orgelsinfonie „Die Heiligen Zehn Gebote“. Er starb 2001 in Washington, D.C.