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Gudrun Wilcke

Gudrun Pausewang, geboren 1928, gehört zu den bedeutendsten deutschen Jugendbuchautorinnen. Sie wuchs als älteste Tochter eines Landwirts mit fünf Geschwistern im ostböhmischen Wichstadtl auf. Nachdem der Vater im Zweiten Weltkrieg gefallen war, floh die Familie nach Kriegsende nach Westdeutschland. Gudrun Pausewang machte 1948 ihr Abitur in Wiesbaden, studierte dann am Pädagogischen Institut in Weilburg an der Lahn und unterrichtete im Anschluss als Grund- und Hauptschullehrerin. 1956 reiste sie im Auftrag des Auswärtigen Amts nach Südamerika, um an deutschen
Schulen in Chile, Venezuela und Kolumbien zu unterrichteten. 1970 kam ihr Sohn in Kolumbien zur Welt. Zwei Jahre später kehrte sie nach Deutschland zurück und lebt seitdem im hessischen Schlitz, das sie später auch als Handlungsort für die Werke „Die letzten Kinder von Schewenborn“ (1983) und „Die Wolke“ (1987) wählte. Bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 1989 arbeitete sie dort als Lehrerin.
1959 veröffentlichte die Autorin ihren ersten Roman „Rio Amargo“. Sie schrieb zunächst für Erwachsene, nach der Geburt ihres Sohnes auch vermehrt für Kinder und Jugendliche. Im Laufe der Jahre verfasste sie knapp 90 Bücher, darunter „Auf einem langen Weg“ (1978), „Die Not der Familie Caldera“ (1979), „Ich habe Hunger – ich habe Durst“ (1981) und „Frieden kommt nicht von allein“ (1982).
Ihr bekanntestes Buch „Die Wolke“, für das Pausewang 1988 den Deutschen Jugendliteraturpreis erhielt, ist nach wie vor Schullektüre. Knapp 20 Jahre nach der Veröffentlichung wurde der Bestseller 2006 unter der Regie von Gregor Schnitzler mit großem Erfolg auf die Kinoleinwand gebracht.
Seit Jahrzehnten setzt sich Gudrun Pausewang mit den Themen Umweltschutz, Nationalsozialismus und Vertreibung auseinander. Neben diesen eher schweren Themen hat Pausewang jedoch auch mit ihren lustigen und fantasievollen Kinderbüchern wie „Räuber Grapsch“ großen Erfolg. Die Werke der vielfach ausgezeichneten Autorin erscheinen in 14 Sprachen.
1998, im Alter von 70 Jahren, promovierte sie an der Universität Frankfurt/Main mit ihrer Dissertation „Vergessene Jugendschriftsteller der Erich-Kästner-Generation“.
1999 wurde Gudrun Pausewang mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und 2009 verlieh ihr die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur den Preis für ihr Lebenswerk.

Titel von Gudrun Wilcke

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