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ab 8 Jahren
Biografien

We Love K-Pop

Fan-Wissen und Insider-Stories

Malcolm Croft (Text von)

K-Pop stürmt ins Musikrampenlicht der Welt. „We Love K-Pop“ ist das perfekte Buch, um den eigenen Fan-Status zeigen und mehr über die beliebtesten K-Pop-Bands zu erfahren. Es ist ein Kompendium über die derzeitigen Welt-Trendsetter aus Südkorea. Es enthält Bandinfos und zahlreiche Bandfotos, die wichtigsten Songs und Stories sowie Hintergrundwissen zu den einzelnen Bandmitgliedern. "We Love K-Pop" ist der erste Titel auf dem deutschen Buchmarkt, der alle wichtigen Bands wie BTS, Blackpink, Red Velvet, Exo, Twice und Seventeen behandelt. „We Love K-Pop“ ist das absolute Fanbuch über die koreanische Popmusik, die Teenager auf der ganzen Welt begeistert. Vollgepackt mit Fotos und Hintergrundwissen entführt es auf eine Reise durch die Lieder, Stile und Geschichten der wichtigsten K-Pop-Stars. „We Love K-Pop“ feiert eine Popkultur, die derzeit absoluter Trend ist.

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gebundenes Buch
Paperback

Produktdetails

  • ISBN: 978-3-96846-021-5
  • Erscheinungstermin: 20.07.2020
  • Umfang: 80 Seiten
  • Verlag: migo

Kreative

Text von

Malcolm Croft

Malcolm Croft ist ein erfolgreicher Autor und Musikjournalist, der bereits mit zahlreichen wichtigen Bands zusammengearbeitet hat: Flaming Lips, Coldplay, The Verve uvm. Er hat bereits mehr als 15 Bücher über popkulturelle Phänomene und Musik geschrieben.

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mehr zur Person

Doch was ist nun eigentlich dieses K-Pop?

Einigen sagt der Begriff K-Pop nichts. Lässt man jedoch PSY‘s Gangnam Style laufen und evtl. parallel das dazugehörige Musikvideo mit dem reitenden Jockey Tanz, wird so gut wie jeder sagen »Ach, das kenn ich. Das ist K-Pop?« Ja. K-Pop, Korean Popular Music, ist ein Musikgenre Südkoreas, welches verschiedene Musikrichtungen fusioniert. Zeitgleich ist das Genre das wichtigste und bekannteste Kulturgut der Republik. Doch der weltweite Erfolg, welcher über 63.000 Fans an einem Ort zusammenbringt, wäre heute nicht so erfolgreich, wären gewisse Ereignisse nicht in der Geschichte Koreas (und dessen Musik) geschehen. So war das konfuzianisch denkende Korea bis 1870, abgesehen vom wirtschaftlichen Handelsbeziehungspartner China, vollständig abgeschottet. Erst durch amerikanische Missionare (1871), erste Angriffe Japans (1875) und letztlich durch Japans Protektorat, Imperialismus und erzwungene Assimilation (ab 1905 bis Ende des 2. Weltkrieges), musste sich Korea gezwungenermaßen dem Westen öffnen. So wurde u. a. von Japan das koreanische Musizieren ausdrücklich untersagt (Notenverbrennung, westliche Musikausbildung etc.).

Die zweite Hälfte der 40er-Jahre und die 50er-Jahre sind besonders geprägt durch Amerikas Einfluss; musikalisch durch z. B. Musikshows oder Musikgenres wie Jazz, Rock’n’Roll etc. Die Entwicklungsdiktatur ab 1961 ist bestrebt, das Land zu einer Wirtschaftsmacht aufzubauen. So wie überall auf der Welt war u. a. der The Beatles-Boom prägend für Koreas Musik. Mit zunehmenden Unruhen in der Gesellschaft gegen die Militärregierung sind die 70er-Jahre der Boden für Hippiekulturen und Friedenslieder, Rock, Funk, Folklore und akustischer Gitarre. Das „rebellische“ Musizieren wurde allerdings in den 80er-Jahren erstickt durch u. a. Gefängnisstrafen, weshalb Balladen die primäre Musikgattung darstellte. Dennoch sind Persönlichkeiten wie Freddie Mercury (Queen) und David Bowie Vorbilder einer ganzen Generation – und sind durch bspw. ihre Bühnenpräsenz oder Outfits Inspiration für eines der wichtigsten Merkmale des heutigen K-Pop.

Geburtsstunde des tatsächlichen K-Pop ist im März 1992 durch Seo Taiji and Boys. Das männliche Trio schafft die Basis des K-Pop durch die Einführung der bis dahin in der südkoreanischen Musikindustrie nicht vorhandenen Fashion-Looks, Choreographie und der Kombination verschiedener Musikrichtungen, welche über die Jahrzehnte Einzug in das Land nahmen (u. a. R&B, Heavy Metal, Ballade, klassische Musik etc.). Das Potenzial dieser Herangehensweise an die „Kunst der Musik“ erkennt Lee Soo Man. Mit der Gründung des bekanntesten Musiklabels und Talentagentur Südkoreas namens SM Entertainment im Jahre 1995, stellt Lee das koreanische Musikbusiness durch die Einführung des Idol-Making-Systems und den daraus „gemachten“ K-Pop Idols auf den Kopf. Heute sind im Musikbusiness über 200 Entertainments vorhanden; allerdings ist der Markt von den Big 4‘s geprägt: SM, YG (Gründer ehemaliges Mitglied von Seo Taiji and Boys), JYP und HYBE (seit 2017 dank des enormen Erfolgs der Boygroup BTS). 

Wie, K-Pop Idols sind gemacht? Ich dachte es sind Musiker*innen…

Stimmt. In gewisser Weise sind K-Pop Idols Musiker*innen. Doch während es in westlichen Ländern keine Seltenheit mehr ist, dass musizierende Kreative über Social-Media-Plattformen wie YouTube gefunden und berühmt werden (z. B. Justin Bieber, Christina Grimmie), ist dies in Korea eher schwierig (oder undenkbar). Wer singen / rappen möchte, bewirbt sich häufig bei Entertainments (stets Talentagenturen und Musiklabels). Das ideale Alter liegt hier zwischen 12 und 14 Jahren - alles über 22 Jahren gilt übrigens als zu alt. Wer genommen wurde, ist ein Trainee und wird zwischen drei und fünf Jahren in einem streng getakteten und bewerteten Zeitplan ausgebildet in Gesang, Rap, Tanz, Schauspiel, Modeln, Aussehen (Diäten gehören an die Tagesordnung usw.), Benehmen und Auftreten in der Öffentlichkeit (geflucht wird nicht!) etc. Doch selbst dann ist es nicht gesagt, dass Trainees als K-Pop Idols in einer Girl- oder Boygroup debütieren. Mix-Groups oder Solokünstler*innen sind sehr (sehr) selten. Bekannte Soloartists haben ihren Ursprung in K-Pop Groups. In Relation: Nur 0,1% der zuvor 1 % ausgewählten Trainees von vorab 100.000 Bewerbenden werden K-Pop Idols.

Okay… K-Pop Idols sind eine Art Schweizer Taschenmesser unter Künstler*innen. Was machen aber K-Pop Idols bzw. macht K-Pop denn so besonders?

K-Pop Idols haben ein perfektes Image sowie Erscheinungsbild und sind modebewusst mit den neuesten Fashiontrends gekleidet. Bunte Haarfarben gehören zu jedem Comeback dazu (jede neue Single / jedes neue Album wird als Comeback bezeichnet), ebenso aufwendige und / oder Designer Outfits. Gut zu wissen: Gendernormen werden hier schon seit Jahren gebrochen; so sind Make-Up, Haare färben, das Tragen von Schmuck, Lack-Leder-Latex oder auch Crop-Oberteile sowohl üblich bei Frau als auch Mann.

Für die meisten Lieder (gesungen in Koreanisch, mit englischen Strophen / Wörtern, häufig auch noch in Japanisch, teils auch in Spanisch und Chinesisch) gibt es synchrone, aufwendige Tanzchoreografien. Musikvideos sind High-Budget-Produktionen und bildgewaltige, kleine Kinoerlebnisse, welche regelmäßig im Internet viel Aufmerksamkeit erhalten und Gesprächsthema sind. Kulissen werden nämlich tatsächlich aufgebaut und nicht mit Green-Screen hineingearbeitet. Bestes Beispiel: DDU-DU DDU-DU von BLACKPINK. Reinhören und anschauen lohnt sich, das Musikvideo hat nicht ohne Grund fast 2 Mrd. Views!

Ebenso haben die Gruppen einzigartige Idol Goods. Das wichtigste sind die Light Sticks. Die It-Fanartikel sind Leuchtstäbe in den unterschiedlichsten Farben, Größen und Formen, welche die K-Pop Groups repräsentieren sollen. Fans können den Groups somit auf Konzerten zujubeln – ein Lichtermeer ist garantiert!

Letztes und ein nicht unerwähnt bleibendes Merkmal sind Fandoms (Fangemeinschaft), wobei jede K-Pop Group ihre eigene hat. Z. B. ARMY für die Boygroup BTS oder MONBEBE für die Boygroup MONSTA X. Fandoms tragen einen großen und wichtigen Beitrag zur Popularität von K-Pop bei. Maßnahmen sind z. B. strategisches Streamen von K-Pop Musikvideos, sekundenaktuelles Reposten von Content der Künstler*innen, Unterstützung von wohltätigen Zwecken und Organisationen im Namen der K-Pop Artists, Werbeaktion im öffentlichen Raum und und und.

Weitere Gründe können im migo Buch We love K-POP nachgelesen werden.

Also sind Fans der treibende Faktor für die Popularität von K-Pop? Oder warum nimmt die Beliebtheit von K-Pop stets zu?

Fans sind ein wichtiger Treiber; doch hier muss angeführt werden: Die weltweite Präsenz von K-Pop ist der „Softpower“ Südkoreas geschuldet. Zurückzuführen ist dies auf die asiatische Finanzkrise 1997 und den daraus entstandenem Fünfjahresplan im Jahr 1998, welcher u. a. festhielt, die Kulturwirtschaft Südkoreas anzukurbeln (die Unterhaltungsindustrie nahm sich Amerika als Vorbild). Mit dem Startschuss des erfolgreichen Exports von K-Dramen (koreanische Serien wie z. B. Squid Game) im vorerst asiatischen Raum, den chinesischen Medien gegen Ende der 90er-Jahre als Hallyu (koreanische Welle) bezeichneten, ist erst der Export der Musikgattung K-Pop ermöglicht worden – und dies erfolgreich. Die wichtigsten Künstler*innen, ohne die der heutige Erfolg der Korean Popular Music und Groups wie bspw. BTS (ihr Song My Universe mit Coldplay läuft stets im Radio) nicht vorhanden wäre, sind u. a. H.O.T., SUPER JUNIOR, BIGBANG, Wonder Girls, Girls’Generation und selbstverständlich PSY. Schließlich werden bis heute die sogenannten Hallyu-Kulturgüter (K-Dramen, K-Pop, Gaming, K-Culture wie K-Lifestyle) staatlich gefördert und gepusht, ohne jedoch aufzwingend zu sein, deshalb auch Softpower.

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