Verlagsgruppe Oetinger

Emma
Alea Aquarius

Emma Chapman

Tochter von Ms Wendy Chapman, Miss Agathas Großnichte und meine älteste Freundin

Früher haben Emma und ich immer zusammen gespielt. Aber jetzt geht Emma in England auf eine gute Schule (ich weiß nicht, warum ihre Mutter, Ms Wendy Chapman, die Schulen bei uns im Königreich nicht gut findet) und kommt nur in den Ferien nach Hause, da kennen wir uns nicht mehr so gut. Emma kann sehr misstrauisch sein und auch sehr streng. Aber Emma ist Emma, meine Damen und Herren, besser kann ich es nicht beschreiben. Wenn man nur nach dem Aussehen geht, würde man Emma nicht glauben, dass sie Bürgerin unseres Königreichs ist. Die wenigstens Bürger unseres Königreichs haben rote Haare und grüne Augen und Sommersprossen überall. Man sieht einem Menschen seine Staatsbürgerschaft nicht an, das ist bekannt. Viele Amerikaner sehen zum Beispiel aus, als ob sie Afrikaner wären. Das sind sie aber nicht. Das waren nur ihre Vorfahren.

Sifiso
Alea Aquarius

Sifiso Lovejoy Madlopha

Mein bester Freund. Will auch Detektiv werden, hat aber gerade viel mit seinen Geschwistern zu tun

Als wir jünger waren, das war, gleich nachdem ich zu Onkel Vusi gezogen war, wollten wir beide Fußballprofis werden, aber da waren wir natürlich auch noch klein und dumm. Inzwischen glauben wir nicht mehr, dass wir international eine echte Chance haben. Sifiso sagt, dafür muss man jeden Tag mit einem Lederball trainieren, und woher sollten wir den wohl nehmen? (Natürlich könnten wir einen stehlen, dann hätten wir gleich beides, einen Lederball, um Fußballprofi zu werden, und einen Kriminalfall fürs Privatdetektivtraining. Wir müssten uns dann selbst verhaften.) Außerdem muss man täglich ziemlich viel Zeit mit Kicken verbringen, und das kriegt Sifiso mit seinen drei Geschwistern nicht hin. Darum habe ich ihm schon vor einer ganzen Weile vorgeschlagen, dass statt Fußballprofi vielleicht Privatdetektiv ein guter Beruf für uns sein könnte. Ich erzähle Sifiso nämlich immer die Filme, die ich mir mit Miss Agatha angucke, weil Sifiso wegen seiner Geschwister nicht mitgucken kann. Außerdem weiß ich auch gar nicht, ob Miss Agatha das gut finden würde. Ein Junge mit nicht immer ganz sauberen Hosen auf ihrem echt englischen Seiden-Chintz-Sofa ist ihr vielleicht gerade genug.

Thabo
Alea Aquarius

Thabo Sonnyboy Shongwe

Will Gentleman und Privatdetektiv werden. Ich verrate nicht, wie alt ich bin

Ich heiße Thabo. Thabo Sonnyboy Shongwe. Wie alt ich bin, kann ich leider nicht verraten. Meine Tante, Miss  Agatha, sagt, der wahre Gentleman fragt nie nach dem Alter, weil das unhöflich ist. Und sagen ist, recht überlegt, doch eigentlich noch unhöflicher als fragen. Darum muss ich über mein Alter schweigen. Selbstverständlich bin ich in Wirklichkeit noch kein wahrer Gentleman, aber ich möchte einer werden. Ein wahrer Gentleman hat nämlich meistens ein sehr großes Haus. Und ein sehr großes Auto. Und eine sehr schöne Frau – und sehr viel Geld sowieso, es lohnt sich also.
In allen anderen Dingen kann es allerdings sein, dass ein Gentleman es eher langweilig hat. Darum überlege ich, ob ich nicht doch lieber Privatdetektiv werden soll. Im Fernsehen gucken wir gerne Kriminalfilme, und ich habe festgestellt, dass Privatdetektiv ein spannender Beruf für mich sein könnte.
Die Gelegenheit, sich wie ein Gentleman zu benehmen, bietet sich aber natürlich öfter als die Gelegenheit, sich wie ein Privatdetektiv zu benehmen. Als Gentleman reicht es schon, wenn man höflich ist, vor allem zu den Damen. Aber als Privatdetektiv muss man mehr tun. Da muss man einen Kriminalfall lösen. Und dazu muss es erst mal einen Kriminalfall geben. Und leider, leider  gibt es so was bei uns nicht so oft. Wenn ich ganz ehrlich bin, muss ich sogar zugeben: Einen richtigen Kriminalfall hat es bei uns in Hlatikulu überhaupt noch nie geben.