Verlagsgruppe Oetinger

Interview

Rüdiger Bertram


Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Buch zu diesem Thema zu schreiben?
Heribert Schulmeyer und ich hatten große Lust, nach COOLMAN wieder einen Comic-Roman zu schreiben. Diesmal aber einen, der sich von den anderen und auch von COOLMAN unterscheidet. Die meisten Comic-Romane handeln von den peinlichen Erlebnissen eines Teenagers. Das ist lustig und für die Jungs wichtig, weil sie sehen, dass es anderen in dieser anstrengenden Zeit der Pubertät noch schlimmer ergeht. Wir dachten aber, es sei an der Zeit, den Comic-Roman weiterentwickeln und in diesem Format eine rasante Action-Geschichte für junge Leser zu erzählen. Gelacht werden, darf und soll natürlich trotzdem.

Würden Sie gerne einen Tag mit Bob und Tim verbringen?
Auf jeden Fall! Am liebsten einen dieser Tage, in denen die Jungs mal wieder die Welt vor einem gefährlichen Superschurken retten müssen. Also so ein Tag, an dem um einen herum alles explodiert und ich den beiden dann ihre Waffen nachladen darf und mir dabei ihr Gemecker anhören muss, in was für eine ausweglose Lage ich als Autor sie wieder einmal gebracht habe. Dabei weiß ich genau, dass sie ihr Leben als Top-Agenten genießen.

Mit welcher Ihrer Figuren haben Sie am meisten gemeinsam?
Leider wohl mit Otto, der in den Büchern den Agentennamen S.W.A.P. 0815 trägt, gerne frühzeitig in Deckung geht und nie dort ist, wo es wirklich gefährlich ist.

Wie gut kennen Sie Ihre Figuren? Wissen Sie zum Beispiel, was sie am liebsten essen?
Klar doch. Und wenn ich es vergesse, brauche ich nur in den Büchern nachzulesen. Da steht es meistens drin.

Was war für Sie das schönste an Ihrer Kindheit?
Dass man mich weitgehend in Ruhe gelassen hat. Meine Eltern haben beide viel gearbeitet und so war ich viel alleine. Ich fand das aber gar nicht schlimm, weil ich so viel Zeit hatte, um zu spielen, Bücher zu lesen oder mir Geschichten auszudenken. Anders als heute, wo viele Kinder von einem Freizeittermin zum anderen hetzen und kaum noch eine ruhige Minute nur für sich haben.

Was wollten Sie als Kind werden?
Bereits mit 11, 12 Jahren war mir klar, dass ich gerne irgendetwas mit Schreiben machen würde. Dass ich wirklich einmal Schriftsteller werden würde, hätte ich damals aber nicht zu Träumen gewagt. Dafür gab es in meiner Familie keine Vorbilder. Ich bin der erste, der nach der Realschule aufs Gymnasium gewechselt ist, Abitur gemacht und dann studiert hat.

Waren Sie gut in Deutsch?
Ging so. Besser als in Mathe jedenfalls.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?
Ich schlafe so bis gegen elf Uhr, stehe auf und frühstücke ausgiebig. Danach ist es oft schon höchste Zeit für einen kleinen Mittagsimbiss, auf den ein Mittagsschlaf folgt. Gegen 14 Uhr erwache in der Regel. Dann wird geschrieben, etwa 30 Minuten am Stück. Länger nicht, weil ich dann ja auch schon zum Kuchenessen ins Café muss. Wenn ich von dort zurückkomme, ist es meist so spät, dass ich Feierabend machen kann. Nach dem Abendessen gehe in gewöhnlich früh ins Bett, ist ja auch kein Wunder nach so einem anstrengenden Tag.

So stellen sich viele Menschen den Arbeitstag eines Autoren vor, das ist aber leider alles gelogen. In Wahrheit stehe ich mit meinen Kindern um 7 Uhr auf, arbeite dann von 9 bis um 12 an dem aktuellen Buch und erledige am Nachmittag alles, was sonst noch so anfällt: Mails beantworten, Wäschewaschen, Einkaufen ...

Welche Bücher lesen Sie heute gerne?
Gute. Und in letzter Zeit besonders gerne Tagebücher.


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Die Jungs vom S.W.A.P.