Verlagsgruppe Oetinger

Autoreninterview
Interview Hedwig Munck

Hedwig Munck -
Löcher in den Bauch gefragt:

1. Mit welcher Ihrer Figuren haben Sie am meisten gemeinsam?

Alle Figuren, die in den Geschichten vom kleinen König mitspielen haben echte Vorbilder - z.B. meine Kinder, Tiere und Freunde im Umfeld. Mein Sohn David ähnelt dem kleinen König nämlich wirklich sehr.

Gleichzeitig sind die Figuren aber auch ein Teil von mir und verkörpern meine verschiedenen Ichs. Zum Beispiel verlasse ich mich, genau wie der kleine König, am liebsten auf selbstgemachte Erfahrungen, bin leicht zu begeistern und bestehe prinzipiell auf das größte Stück Schokolade.

Ich bin so gutmütig wie Grete und neugierig wie das Eichhörnchen. Und ich lasse mir von frechen Jungs nicht alles gefallen, genau wie die kleine Prinzessin.


2. Wie gut kennen Sie Ihre Figuren? Wissen Sie zum Beispiel, wann sie Geburtstag haben
oder was sie am liebsten essen?

Natürlich weiss ich das, wir kennen uns ja schon seit mehr als 10 Jahren.
Als Geburtstagstermin feiern wir (obwohl der kleine König und Grete insgeheim schon ein paar Jahre älter sind)  den 1. Fernsehauftritt. Der war am 3.3.1998 für den kleinen König und seine Freunde. Die kleine Prinzessin kam erstmalig am 13.5.2000 zu Besuch ins Schloss. Sie ähnelt sehr meiner Tochter Lilith, sogar das gleiche Sternzeichen haben die beiden.


3. Erinnern Sie sich noch an das erste Buch, das Sie gelesen haben?

Unbedingt. Ich war nämlich eine Leseratte. Ich hab am Strand gelesen, unter der Schulbank und nachts mit Taschenlampe im Bett. Alles, was ich zu fassen kriegte.

Mein 1. Buch war ein Märchenbuch mit Märchen von König Drosselbart und aus 1001-Nacht, in dem jede Menge Prinzessinnen vorkamen.

Ich erinnere mich auch noch an mein 1. selbstgekauftes Exemplar, ein literarisch nicht sehr wertvoller Mädchen-kommt-ins-Internat-Band. Meine absolute Lieblingsfigur über alle Jahre, später auch die meiner Kinder, ist und bleibt Pippi Langstrumpf. Dieser Einfluss hat sich bestimmt auch auf den kleinen König übertragen.


4. Waren Sie gut in Deutsch?

Ich bin ziemlich stolz darauf, dass ich schreiben kann, obwohl die meisten Deutschlehrer das Gegenteil behauptet haben. Richtig gut war ich aber in Schule und Studium immer in Kunst.


5. Was würde der kleine König machen, wenn er Bundeskanzler wäre?

Er hätte mehr Untertanen. Und vermutlich könnte er dann viel weniger bestimmen, als ihm lieb ist. Tatsächlich spielt er nämlich lieber als am Arbeitstisch zu sitzen und zu regieren. Es wäre ihm sicher zu anstrengend, sich über die Probleme von so vielen Leuten den Kopf zu zerbrechen.


6. Würden Sie gerne einen Tag mit dem kleinen König zu verbringen? Was würden Sie zusammen unternehmen?

Ha! Ich würde gern mal einen Tag OHNE ihn verbringen ;-)
In den letzten 10 Jahren hat er uns nämlich nicht viel Freizeit gelassen. Er spielt in unserm Leben die Hauptrolle, wenn wir Geschichten schreiben, Hörspiele oder Filme machen. Glück-gehabt, dass unsere Kinder ihn so großzügig als Familienmitglied akzeptiert haben.


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Vielen Dank, liebe Frau Munck für das Interview!