Verlagsgruppe Oetinger

Interview

Erhard Dietl

Mit welcher Ihrer Figuren haben Sie am meisten gemeinsam?

Wahrscheinlich ist es Olchi-Opa. Er sitzt auf seinem Ofen, denkt über die Welt nach, nuckelt an seiner Knochenpfeife und denkt sich schräge Gedichte aus. Nur sitz ich nicht auf dem Ofen, sondern auf dem Sofa. Und statt der Knochenpfeife hab ich oft eine Gitarre in den Händen. Aber auch ich bin glücklich, wenn ich an einem Gedicht oder an einem Text arbeite.


Wie sind Sie auf die Olchis gekommen?

Vor zwanzig Jahren hab ich eine kleine Bleistiftzeichnung gemacht. Das war so ein kleines Monster mit Fischgräte, das in einer Schlammpfütze stand. Ich hab eine ganze Familie dazu gezeichnet, die Hörhörner waren damals noch ziemlich lang und spitz. Schnell ist mir der Name „Olchis“ dazu eingefallen, keine Ahnung wieso, ich hab da wohl an Molche und Olme gedacht, und der Name war so eine Mischung aus beidem. Ein paar Wochen später hab ich eine Geschichte dazu geschrieben. Sie hieß „Die Olchis sind da“, und das wurde das allererste Olchi-Buch.


Würden Sie gern einen Tag mit den Olchis verbringen und was würden Sie mit ihnen unternehmen?

Ich würde die Olchis nicht gern bei mir zu Hause haben, das wär mir zu stressig. Aber ich würde sie gern mal in ihrer Olchi-Höhle besuchen. Es wäre bestimmt schön, mit ihnen einen Tag lang auf der Müllkippe herumzumuffeln. So ganz ohne Plan würde ich in den Tag hinein leben, Olchi-Papa beim basteln helfen, mit den Olchi-Kindern ein bisschen Reifen werfen, durch die Matschpfützen hüpfen und über Olchi-Opas Gedichte schmunzeln. Aber wenn Olchi-Mama ihren Stinkerkuchen bringt, dann ziehe ich lieber ein schönes Käsebrot aus meiner Tasche...


Sie sind Autor, Illustrator und Liedermacher. Welche dieser Tätigkeiten macht Ihnen am meisten Spaß?

Momentan macht mir das Geschichten ausdenken und schreiben am meisten Freude. Aber ich liebe die Abwechslung! Wenn ich müde bin vom schreiben, male ich an meinen Bildern. Zeichnen, schreiben, und hin und wieder Lieder machen und singen –  klingt das nicht wunderbar? Aber täuscht Euch nicht. Es macht viel Arbeit und Mühe und ist nicht immer einfach. Aber trotzdem empfinde ich es als großes Glück.


Welches Buch haben Sie als Kind gern gelesen?

Als ich klein war, hab ich gern die Bücher von Astrid Lindgren gelesen. Wir haben damals gern Indianer gespielt und ich liebte Cowboy- und Indianergeschichten, auch Winnetou von Karl May. Gerne mochte ich auch Detektivgeschichten und vor allem lustige Bildergeschichten. Mein Vater hatte alle Bücher von Wilhelm Busch - kennt Ihr z. B. Max und Moritz?


Waren Sie gut in Deutsch?

In der Grundschule war ich sehr gut im Aufsatz schreiben. Wenn ich mir meine eigenen Geschichten ausdenken durfte, war ich froh, denn schon als Kind hab ich gern geschrieben und gezeichnet und mir dabei meine eigenen kleinen Welten ausgedacht, nicht nur in der Schule. Später auf dem Gymnasium hat es mir keinen Spaß mehr gemacht. Ich war auch kein besonders guter Schüler, unsere Lehrer waren damals ziemlich streng und konnten sich nicht gut in uns hineinfühlen. Erst später hab ich die Freude am schreiben wieder entdeckt und irgendwann schien mir Autor der schönste Beruf der Welt zu sein.


Mehr über Erhard Dietl

www.olchis.de

www.erhard-dietl.de