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Theater Marabu (Bonn) gewinnt beim 25. Kinder- und Jugendtheatertreffen NRW in der Kategorie Kindertheater
Die Inszenierung des Textes "Ein Schaf fürs Leben" von Maritgen Matter (Buch bei Oetinger, illustriert von Anke Faust) überzeugte die Jury (Markus Joss, Holger Schober und Ulla Theißen).
In der Begründung heißt es:
"Eine Geschichte die von Selbstüberwindung, von bedingungslosem Vertrauen, von Verzicht aber auch von der traurigen Unmöglichkeit erzählt, dass der Wolf dem Schaf auf Dauer ein Freund nicht sein kann. Der nächste Morgen kommt und der Wolf wird diesmal nicht lange suchen müssen. Er weiß wo es zu finden ist, das Schaf.
Das Fressen und gefressen werden ist aufgeschoben, aufgehoben ist es nicht. Mit Hunger wird der Wolf erwachen und man kann nur wünschen, dass er Kraft genug haben wird, nicht die Nähe des Schafes zu suchen. Das er nicht das tut, was seiner Natur entspricht. Dass er dem Schaf nur zuwinken wird - von Ferne. Eine Beziehung wie Wolf und Schaf sie führen bleibt schwierig, muss schwierig bleiben. Zu beschönigen gibt es da nichts.
Es scheint, das Stück erzählt von der Möglichkeit, in bestimmten Momenten, bestimmte Dinge nicht zu tun: also von der Freiheit erzählt es. Dass dies ein Kampf, hier Hungerkrampf ist, wird nicht verschwiegen.
Zwischen Schaf und Wolf gibt es keine Kuschellösung. Im schwierigen Miteinander gilt es, eine Form des halbwegs akzeptablen Zusammenlebens zu finden. Für eine kurze Dauer.
Bevor wir wieder anfangen andere aufzufressen, haben wir es für einen Moment nicht getan. Diese Leistung sollten wir nicht gering schätzen und eine Selbstverständlichkeit ist sie schon gar nicht. - Davon erzählt dieses Stück.
Das Theater Marabu hat eine ganz eigene Sprache gefunden diese Geschichte auf die Bühne zu bringen. Nichts wird nur bebildert und ich der Zuschauer werde gefordert mein Eigenes dazu zu tun, was ich sehe zu komplettieren.
Diese Inszenierung will einen aktiven Zuschauer und Zuhörer.
Und alles scheint so simpel, ein paar Mikrofone, ein bisschen elektronisches Spielzeug, ein weißes Tuch und Projektionen, das kleine Besteck des Geräuschemachers und all das transparent eingesetzt. Ich sehe wie es gemacht wird und die einzelnen Elemente scheinen banal.
In der Mitte ist ein Leerer Raum. Übertragen wie konkret.
Eine Leerstelle die nicht schon besetzt ist, durch etwas, was "meinen will", was "bedeuten will", was sich mir aufdrängt. Nicht zugerümpelt mit Symbolen und Statements. Sondern eine Leerstelle auf der im unmittelbaren Zusammenwirken einzelner Elemente eine Wahrheit sichtbar wird, um sich im nächsten Moment wieder aufzulösen in ein: "seht her, wir spielen Theater".
Die beiden Spieler Tina Jücker und Tomasso Tessitori, bewegen sich in diesen oszillierenden Feldern. Hervorragend bis in die kleinsten Nuancen spielen sie zusammen, ein wunderbar kraftvolles, ein körperliches Spiel. Es ist keine geringe Kunst, als naives Schaf seine Würde zu behalten, noch, als hungriger Wolf der das Schaf nicht frisst sich nicht lächerlich zu machen.
Beides gelingt nur, wenn man sehr genau weiß was man da erzählen will!
Diese Art Theater macht Lust auf mehr. Und dafür gibt es einen Preis."

